gekündigt oder arbeitslos

gekündigt oder arbeitslos

Wenn Sie zwar noch an Ihrem Arbeitsplatz tätig sind, die Stelle aber gekündigt ist (unabhängig von wem), stellt sich die Frage, ob Sie

  • nahtlos eine neue Stelle antreten oder
  • vorerst eine Auszeit nehmen oder
  • sich bei der Arbeitslosenkasse anmelden oder
  • sich selbstständig machen

Im Folgenden wird jede Möglichkeit erläutert:

Sie treten nahtlos eine neue Stelle an

Als Arbeitnehmer sind Sie obligatorisch gegen die finanziellen Folgen eines Unfalles versichert. Die Versicherungsdeckung beginnt mit dem Tag, welcher im Arbeitsvertrag als Arbeitsbeginn festgelegt wurde (also auch an Sonn- und Feiertagen, wenn Sie zwar bereits auf der Lohnliste stehen, jedoch noch nicht arbeiten müssen).

Sie nehmen sich eine Auszeit

Entscheiden Sie sich zwischen zwei Anstellungen für eine unbezahlte Auszeit, sollten Sie sich mit den versicherungstechnischen Fragen beschäftigen:

Auszeit maximal 1 Monat
In diesem Fall sind Sie innerhalb der Nachdeckungsfrist (31 Tage) über die Unfallversicherung des alten Arbeitgebers versichert. Treten Sie nach einem Monat wieder eine Arbeitsstelle an, sind Sie beim neuen Arbeitgeber unfallversichert. Seit 2017 beginnt der Versicherungsschutz bereits mit dem im Arbeitsvertrag vereinbarten Stellenantritt - auch wenn Sie noch nicht zur Arbeit müssen - als Beispiel dient hier der Klassiker mit der neuen Stelle per 1. Januar: auch wenn Sie erst am 3. oder 4. Januar zum ersten Mal zur Arbeit erscheinen müssen, sind Sie bereits ab dem 1. Januar versichert, sofern im Arbeitsvertrag natürlich auch ab dem 1. Januar abgeschlossen ist.

Auszeit länger als 1 Monat
Auch in diesem Fall sind Sie natürlich nach Ablauf der Nachdeckungsfrist nicht mehr über die Unfallversicherung versichert. Auf der Seite mit dem Leistungsvergleich zwischen KVG (Unfallschutz über Krankenkasse) und UVG können Sie sehen, weshalb der Abschluss einer Abredeversicherung für 6 Monate ratsam ist.

Dauert die Auszeit länger als 7 Monate, können Sie die Heilungskosten eines Unfalles nur noch über die Krankenkasse versichern lassen. Ein Taggeld muss über die Krankenkasse ebenfalls separat versichert werden.

Sie melden sich bei der Arbeitslosenversicherung an

Falls Ihnen gekündigt wurde und Sie noch keine neue Stelle in Aussicht haben, sollten Sie sich so schnell wie möglich bei der Arbeitslosenkasse anmelden. Bei der Arbeitslosenkasse sind Sie bei Unfällen über die UVAL - die Unfallversicherung für Arbeitslose - versichert. Die UVAL wird von der Suva verwaltet, die Prämien für die Versicherung wird Ihnen vom Taggeld abgezogen.

Auch beim Übergang von einem Arbeitsverhältnis zum Status als arbeitslose Person stellen sich die gleichen Fragen bezüglich Fristen wie beim Stellenwechsel:

  • bei zeitlich nahtlosem Übergang ist der Versicherungsschutz gewährt
  • liegt zwischen dem letzten Arbeitstag und dem Beginn der Arbeitslosenversicherung 1 Monat oder mehr Zeit, sollten Sie allfällige Versicherungslücken im Auge behalten

Der Versicherungsschutz bei der UVAL gilt, sobald Ihnen die Arbeitslosenkasse den Anspruch auf Taggelder bestätigt hat. Versichert sind Sie nicht nur während dem Bezug von Taggeldern sondern auch während Warte- und Einstelltagen sowie während der Teilnahme an Beschäftigungsprogrammen.

Weitere Informationen zum Thema Arbeitslosigkeit und Arbeitslosenversicherung: www.treffpunkt-arbeit.ch

Arbeitslosigkeit und Unfallversicherung, Information auf www.suva.ch

Sie machen sich selbstständig

Als selbstständig gelten Sie als Inhaber einer Einzelfirma oder als mitarbeitender Mitinhaber einer Kollektiv- oder Kommanditgesellschaft. Als Beteiligter an einer AG oder einer GmbH sind Sie nicht selbstständig im versicherungstechnischen Sinne, sondern Sie sind "bei sich selber angestellt".

Der Schritt aus einem Arbeitsverhältnis heraus in die Selbstständigkeit passiert in der Regel nicht von heute auf morgen. Oft wird die Selbstständigkeit aufgebaut noch während man beim Arbeitgeber tätig ist. In diesem Fall sind Sie über die Unfallversicherung des Arbeitgebers abgedeckt.

Bei einem abrupten Wechsel vom Angestelltenverhältnis in die Selbstständigkeit gilt - zumindest theoretisch - auch die 31-tägige Nachdeckungsfrist. Theoretisch deshalb, weil man sich aus Vernunft mit Aufnahme der Selbstständigkeit meist auch mehr oder weniger umfangreich versichert. Wenn Sie als Selbstständiger sofort eine Versicherung gegen Unfallrisiken abschliessen, sind Sie während der 31-tägigen Nachdeckungsfrist doppelt versichert. Theoretisch. Theoretisch deshalb, weil die 31-tägige Nachdeckungsfrist von einzelnen Versicherungen verneint wird, wenn Sie als Selbstständiger verunfallen. Begründet wird dies zum Beispiel damit, dass die 31 Tage Frist nicht dafür vorgesehen sind, sich selbstständig zu machen, sondern um den Versicherungsschutz bei Stellenwechsel zu gewährleisten. Die Kulanz der Versicherungen dürfte sich wohl umgekehrt proportional an den Kosten des Schadenfalles orientieren - das muss aber nicht zwingend so sein. Eine gute Abklärung bei der Versicherungsgesellschaft ist in einem solchen Fall sicher angebracht.

für Schnell-Leser

  • Nach dem letzten Arbeitstag sind Sie noch 31 Tage lang gegen Unfallrisiken versichert.

  • Bei Antritt einer neuen Stelle innerhalb der 31 Tage ist keine Abredeversicherung notwendig.

  • Bei Anmeldung bei der Arbeitslosenkasse innerhalb der 31 Tage ist keine Abredeversicherung notwendig.

  • Bereits ab Auszeiten von einem Monat können Versicherungslücken entstehen.

  • Bei Aufnahme einer selbstständigen Erwerbstätigkeit sollten Sie besonders auf allfällige Versicherungslücken, aber auch auf vermeidbare Doppelversicherungen achten